Freundeskreis Panzerlehrbataillon 93 e.V.

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Hinweis zu den Fotos: Durch Anklicken lassen sich alle Bilder vergrößert darstellen.

 

 

 

 

 

 

 

 

             OTL Grimmeiß

 

 

 

 

leichte Feldhaubitze 18 (l.F.H. 18)

 

 

 

 

Zugmaschine SdKfz 611 mit l.F.H.18

 

 

 

 

Die Einjährigen Jahrg, 37-39 vor dem Gebäude 2./A.R. 78: Thiele, Unbehaun, Keutsch, Geißler, Uffz Croissant (Grp.Fhr), Düvel, Krögel, Gefr. Hoffmann (v.l.)

 

 

 

 

H Hecht, H Cunz, Oblt. Felix v. Bothmer (v.l.)

 

 

 

 

s.F.K: 18

 

 

 

 

s.F.H. 18

 

(Anmerkung: Da wir ausschließlich Fotos aus den Unterlagen von ehem. Angehörigen verwenden wollten, sind nicht alle Fotos hier in bester Web-Qualität eingebunden. In der Druckausgabe kommen diese besser heraus.

Im militärgeschichtlichen Teil veröffentlichen wir neben der Geschichte des Panzer-Lehr-Bataillons auch die Aufstellungsgeschichte der ehem. 7. Panzer-Division. Der zeitliche Rahmen umfasst den Zeitpunkt der Aufstellung der einzelnen Verbände der Division bis zur Umbenennung der 2. Leichten Division in 7. Panzer-Division. Dieser Zeitraum ist bisher in der Geschichte der Division nicht enthalten.

Wir haben im Anschluss daran unter "Vor 70 Jahren" über den Weg der 7. Panzer-Division im Krieg - vom Polenfeldzug bis zur Kapitulation an der Elbe im Mai 1945 berichtet, dabei schwerpunktmäßig die Berichte und Schicksale Einzelner in den geschichtlichen Kontext gerückt.
Daneben sind im Laufe der Jahre die Divisionskommandeure in Einzelbeilagen oder in den Rundschreiben ausführlich vorgestellt worden.

 

Hier eine Leseprobe aus:

Artillerie-Regiment 78 – Aufstellung

Vorbemerkung: Auch für diesen Beitrag gilt: Berichtet wird über die Aufstellung des Regiments. Wegen der späten Eingliederung der II. Abt. des Art.Rgt.  45 als III. Abteilung weichen wir hier von der Absicht ab, mit Aufstellung der ehem. 7. Panzer-Division im Nov. 1939 die Geschichte der Aufstellung zu beenden. Die Einsätze des A.R. 78  bis Ende 1940 sind in der Divisionsgeschichte und mehreren Beiträgen in den Rundschreiben früherer Jahre behandelt, deshalb gehen wir hier darauf nicht erneut ein, werden aber die Einsätze der II./45 bis zur Unterstellung im Sommer 1940 unter das Kommando der 7. Pz.Div. kurz anreißen.

Im November 1938 wurde das A.R. 78 für die 2. Leichte Division in Jena in der Artillerie-Kaserne Jena-Löbstedt an der Dornburger-Straße (Kaserne inzwischen „abgerissen“) aufgestellt. Diese Kaserne war ursprünglich für bespannte Artillerie gebaut worden. Die vorhandenen Stallungen sind nach dem Einzug des A.R. 78 von den Soldaten meist nach Dienstschluss in Eigenarbeit zu Kfz-Hallen usw. umgerüstet/umgebaut worden.

Das Regiment verfügte über den Stab und die Stabsbatterie, 2 leichte Artillerie-Abteilungen und den Regimentstroß.

Der Stab setzte sich zusammen aus: Rgt. Kdr (Oberstleutnant Grimmeiß (Oberst ab 01.03.39) [†1972], später General der Artillerie und Führer eines Armee-Korps, Adjutant (Oblt. Monshausen), 2 Ordonnanz-Offizieren, Artillerieverbindungs-, Nachrichten- und Verpflegungs-Offizier, Regimentsarzt, Geräte-Offizier, Funkmeister und Stabspersonal.

Die Stabs-Batterie bestand aus einem Artillerieverbindungskommando, Nachrichtenzug mit Fernsprech- und Funktrupps, einem Artillerievermessungstrupp, Druckereizug (Herstellung von Karten und Schießunterlagen), sowie einem Wetterzug.

I./A.R. 78 wurde von Major Dr. Kessler,

II./A.R. 78 wurde von Major Staphasius geführt

Die beiden leichten schießenden Abteilungen verfügten über je 3 Batterien mit je 4 l.F.H. 18 (Kaliber 10,5 cm), gezogen von Halbkettenfahrzeugen (Zgkw) 3,5t und 5t.

Personal für die Aufstellung wurde aus Weimar vom A.R. 73, aus Neuruppin vom A.R. 75 und aus Bamberg von A.R. 103  (Anm. d.Verf.: in Bamberg wurde nach dem Abschluss der Sudetenkrise die II./A.R. 103 aus der aus Österreich zurückverlegten und bis dahin der 2. PD unterstellten II./A.R. 74 neu aufgestellt) abgestellt. Da es sich bei diesen Abstellungen nicht um geschlossene Einheiten handelte, die den Kern der neuen Abteilungen bilden sollten, ist auch nicht mehr eindeutig zu bestimmen, wie diese Abstellungen auf das Regiment aufgeteilt wurden, anzunehmen ist, dass die Abstellungen eines Regimentes weitgehend geschlossen als Kader in den Batterien beider Abteilungen eingesetzt waren.

A.R. 73 wird in der Geschichte des Truppenübungsplatzes Ohrdruf in Thüringen zum ersten Mal erwähnt. Am 15.10.1935 wird es dort zusammen mit A.R. 74 und A.R. 75 gebildet. Es war zusammen mit Pz.Rgt. 1 und 2 für die 1. Panzer-Division vorgesehen.

A.R. 75 war am 15. Okt. 1935 aus Teilen des bisherigen A.R. 3 und der 1. mot. Art.Abt. mit der I./ Abt. in Ohrdruf/Thüringen in Neuruppin aufgestellt worden. Die II. Abt. wurde erst im Sept. 1936 aus A.R. 5 und neu eingezogenen Rekruten gebildet. 1938 wurde A.R. 75 nach Eberswalde verlegt. 1938 Teilnahme am Einmarsch in das Sudetenland.

A.R. 3 wurde am 01. Jan. 1921 als 3. (preuß.) Art.Rgt aufgestellt, am 01.10.1934 umbenannt zum Art.Rgt. Frankfurt. Im Zuge der Heeresvermehrung am 15.10.1935 umbenannt in Art.Rgt. 3.

A.R. 103 war am 01. Aug. 1938 aus der II. (mot.) Abteilung und der Kommandobatterie des niederösterreichischen Artillerie-Regiments 3, sowie der    4. Batterie des Steiermärkischen Artillerie-Regiments 4 hervorgegangen (aufgestellt wurden daraus der Regimentsstab und die I. Abt. Nach Beendigung der Sudetenkrise im September 1938 wurde die I./ Abt. demobilisiert und verlegte ab 08.11.38 nach Meiningen. Dort wurde aus dem Abt. Stab eine Hälfte aus- und umgegliedert zum Stab des Regiments. Fast zeitgleich kehrte die II./Abt. A.R. 74 als neue II./A.R. 103 in seinen alten Standort Bamberg zurück.

Am 18.10.1939 wurde die 2. le Div. in 7. Panzer-Division umbenannt. A.R. 78 nahm mit diesen beiden schießenden Abteilungen am Frankreich-Feldzug teil, ab Mai 1940 war Oberst Fröhlich Kommandeur, Major Dr. Kessler  war inzwischen Oberstleutnant und die II./ führte Major Crasemann. In der Ausstattung der schießenden Batterien hat sich wenig geändert, lediglich bei 4. und 6. waren die Zgkw mit Blech beschlagen.

Am 04. Feb. 1941 wurde die II./A.R. 45 als (schwere) III. Abteilung in das Artillerie-Regiment 78 eingegliedert, die Batterien erhielten die Nummern 7 - 9. Dieses Datum konnte ich dem Wehrpass von Fritz Weyrauch, damals Beobachtungs-Offizier, entnehmen und dürfte somit authentisch sein, wenn auch eine andere Quelle als Datum den 2. Jan.1941 aufführt. Damit verfügte A.R. 78 ab diesem Tag auch ganz offiziell über 3 Abteilungen, 2 leichte und eine schwere. Bis dahin war für die 7. Pz.Div. und das A.R. 78 die II./45 aber keine Unbekannte, war diese Abteilung doch seit dem 05. Juni 1940 von der 2. Inf.Div. (mot) kommend, der 7. Pz.Div. unterstellt.

II./A.R. 45 wurde am 10. Nov. 1938 in einer neu gebauten Kaserne in Wetzlar aufgestellt. (I./ Abt. 12.10.37 in Fritzlar, A.R.45 hatte keinen Regimentsstab). Die Abteilung war eine gemischte mot. Abt., unterstand als Korpstruppe anfangs dem IX. Armeekorps bevor sie ab 5.11.39 Heerestruppe wurde. Sie bestand aus Abteilungsstab und 4. – 6. Batterie, sowie einer Abteilungskolonne (Versorgungsteile), die aber erst bei Mobilmachung aktiviert wurde.

Erster Kommandeur war Major v. Kronheim, sein Adj.  Oblt. Leu (ab Herbst 43 als Hptm Kdr der Abt, im Dez 43 als Abt. Führer A.R. 78 in Russland gefallen).  Der Stamm der Abteilung bestand aus Abstellungen von II./A.R. 48 (aufgestellt 15.10.35) in Perleberg (Kern der 5./), sowie von  I./A.R. 51 in Fulda, (Kern der 6./), ob aus diesen Abstellungen auch der Stab und die 4./ gebildet worden sind, war nicht zu klären.

5./ wurde geführt von Hptm Hecht, KpOffz Oblt. Felix v. Bothmer, KpFw Hauptwachtmeister Quabeck, Ltn. Max Kainrath (Rekrutenoffizier).

Die Namen der Offiziere von 4./- und 6./- sind leider nicht bekannt. KpFw 6./- war Hauptwachtmeister Harry Klein

Die schießenden Abteilungen waren wie folgt ausgerüstet:

·        4./ schwere 10 cm Kanone 18 (Kal. 10,5)

·        5./ und 6./ mit s.F.H. 18 (schwere Feldhaubitze, Kal. 15,5 cm).

Eine Batterie hatte eine Stärke von 152 Offz, Uffz und Mannschaften.

Den Polenfeldzug erlebte die II./A.R. 45 am Westwall in der Nähe von Bergzabern. Sie war jetzt Heerestruppe. Im Dez. 1939 wurde sie abgelöst, bezog wechselnde Quartiere im Raum Koblenz, zuletzt im April 40 in Dörfern an der Mosel bei Kattenes.

Erster Kriegseinsatz am 10.05.40, unterstellt unter  2. I.D.(mot.) im Angriff über Luxemburg, Südbelgien, Sedan, St. Quentin bis nach Dünkirchen. Während des Somme-Übergangs zwischen Bourdon und L´Etoile am 05.06.40 wechselte die Abt. von der 2. I.D.(mot) zur 7. Panzer-Division und wurde A.R. 78 als schwere Abteilung unterstellt, behielt aber noch ihren eigenen Namen. II./A.R. 45 blieb der 7. PD bis zur endgültigen Eingliederung als III./A.R. 78 unterstellt.

Nachbemerkung: Über 65 Jahre sind seit Aufstellung des Regimentes vergangen. Literatur über diese Phase ist nur lückenhaft vorhanden, umso wertvoller sind persönliche Fotos und Aufzeichnungen von und Gespräche mit damaligen Beteiligten, für die ich mich ganz herzlich bedanke bei den Kameraden: Fritz Weyrauch, Dr. phil. Gustav Braband, H.-J. Müller-Mellenberg und Heinz-Egon Hoffmann. Ohne deren Mithilfe hätte ich diesen Bericht nicht schreiben können.

Karl-Heinz Thönissen

 Literatur:

Hasso v. Manteuffel: „Die 7. Panzerdivision im Zweiten Weltkrieg 1939-1945, Hrsg: Traditionsverband ehem. 7. Panzerdivision e.V., 1965

Taditionsverband ehem. 7. Panzerdivision e.V.: Rundschreiben-Sonderdruck April 2000

Dr. phil Gustav Braband: Von Schönach nach Schönach 1938-1945 (Text- und Bildband), private Aufzeichnungen in Eigendruck

Fritz Weyrauch: Private Aufzeichnungen (pers. Kriegstagebücher)

H.-J. Müller-Mellenberg: Private Aufzeichnungen (pers. Kriegstagebücher)

www.lexikon-der-wehrmacht.de

 

 

In Heft 1 erschien die Aufstellungsgeschichte des Panzer-Regiment 25,

Heft 3 - Mai 2005 enthält die der Nachrichten-Abteilung 83.

In Heft 4 - Dezember 2005 ist die Aufstellungsgeschichte des Kavallerie-Schützen-Regiments 7 niedergeschrieben.                                                               

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