Freundeskreis Panzerlehrbataillon 93 e.V.

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Besuch bei der Bundespolizei See in Neustadt/Ostsee am 04.08.2016

   

38 Teilnehmer, davon 25 Aktive unseres Bataillons fanden sich nach dem Eintreffen in Neustadt zu einem Gruppenbild zusammen, nachdem der Leiter der Ausbildungsstätte, Polizei-Oberrat und Hptm d.Res. Windisch uns am Bus in Empfang genommen hatte. Nach dem Foto hörten wir im großen Besprechungsraum, von dem man einen weiten Blick über das Hafengelände von Bundespolizei und Marine und den gegenüber liegenden Yachthafen hatte, von Herrn Windisch eine detaillierte Einführung in die Bundespolizei, deren Aufgaben als Polizei des Bundes und die Bundespolizei-See im Speziellen. Das Aufgabenspektrum dieser nur rund 600 Beamte starken Spezial-"truppe" liess selbst die staunen, die bereits Kenntnis von der Existenz einer Bundespolizei-See hatten. Von drei Standorten an der Nord- und Ostseeküste aus überwachen je 2 hochseetaugliche 66 m Boote mit je 14 Mann/Frau Besatzung und je fünf bis sechs 22 m Patrouillen-/Streifenboote mit Zweierbesatzung die Seeaußengrenzen der Bundesrepublik.


Küstenwachboot "Neustrelitz"

Daneben ist die Bundespolizei See im Gemeinsamen Lagezentrum See in Wilhelmshaven vertreten und nimmt kriminaltechnische Untersuchungen nach Vorfällen auf Schiffen deutscher Reedereien vor. Im Direktionsbereich in Neustadt ist das Piraterie-Präventationszentrum beheimatet. Ebenso die zentrale Ausbildungsstätte für den nautischen und technischen Nachwuchs.
Im Anschluss an diese Einweisung folgte ein Vortrag über den Einsatz von zwei Patrouillenbooten im Rahmen FRONTEX auf der  und um die Insel Samos seit Mitte des Jahres, bei dem Hauptauftrag "Retten aus Seenot" lautet. Dieser mit Filmclips und Fotos unterlegte Vortrag beleuchtete neben der Schilderung der Abläufe der Einsätze die Methoden der Schlepper- und Schleuserbanden. Insgesamt sind dort je Boot vier Mann Besatzung und ein kleiner Stab/USt-Personal mit fünf Beamten vor Ort. Die Boote fahren mit nur je zwei Mann Besatzung in den Einsatz. Ein beeindruckender und nachdenklich machender Einblick in den Einsatz.

Nach der Mittagspause bei der in der gleichen Liegenschaft angesiedelten Schule der Bundesmarine und der Aufteilung auf drei Gruppen folgten eine Einweisung in die Ausbildungsstätte Technik, im Piraterie-Präventationszentrum und auf dem Küstenwachboot "Neustrelitz".
Die Ausbildung des angehenden "See-Polizisten" dauert bis zu 36 Monate. Die Bewerber sind bereits im Polizeidienst und haben in Einsätzen als Polizist des Bundes an Grenze, auf Bahnhöfen oder Flughäfen oder auch bei Großveranstaltungen Erfahrungen gesammelt. Die bis zu 24 Teilnehmer werden nach der gemeinsamen Basisausbildung aufgeteilt in die Ausbildungsgänge Nautik und Technik. Vertieft wird die Ausbildung durch Praktika auf den Schiffen.
 
Das Piraterie-Präventationszentrum plottet die Positionen aller Schiffe deutscher Reeder ständig mit und analysiert laufend die Gefahren auf den Routen. In Echtzeit erhält das Zentrum Meldungen über die Lage in allen Seegebieten. Warnungen können so verzugslos an die Reedereien herausgegeben werden. Daneben erarbeitet das Zentrum Verhaltensgrundsätze bei der Vorbeugung und Abwehr von Piraterie und bewertet technische Mittel zur Abwehr von Überfällen.

Die "Neustrelitz" - auch bekannt aus der Fernsehserie "Küstenwache" - konnte von der Brücke, über die Messe, Kombüse, Kajüte bis zur Schiffstechnik in Augenschein genommen werden. Hier wurde auch deutlich, dass bei 14 Mann/Frau-Besatzung jeder mehrere Aufgaben an Bord zu bewältigen hat. Schließlich muss ja auch gekocht werden - einen DP Koch jedoch gibt es nicht. Bewaffnet ist das Schiff nicht, die Besatzung führt lediglich die Handwaffen und einige Langwaffen mit.
Kaffee und Kuchen gaben Gelegenheit, das Gehörte und Gesehene noch einmal zu vertiefen. Polizei-Oberrat Windisch stand noch einmal Rede und Antwort, machte auch ein wenig Werbung für die Bundespolizei, die ausscheidenden Zeitsoldaten eine gute berufliche Perspektive bieten kann.
Mit herzlichen Dankesworten und Übergabe unserer Kacheln und einer Chronik für die Dienststelle und einem Buch als persönlichen Dank durch den stv. Vorsitzenden, Oberstleutnant a.D. Thönissen endete ein erlebnisreicher Tag in Neustadt. Ein letzter Blick über den Hafen, dann hieß es aufsitzen.
In Munster angekommen, fanden sich leider nur noch acht Ehemalige zum Stammtisch zusammen. Thema war immer noch der Besuch in Neustadt, der einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen hatte. 


Einblick in den Lehrsaal Technik
Hier vor einem Modell eines MTU-Motors auf einem der Schiffe die Anlage für die Wasseraufbereitung an Bord,


Blick auf den Marinehafen und Hafen der Bundespolizei-See mit dem gegenüberliegenden Yachthafen

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