Freundeskreis Panzerlehrbataillon 93 e.V.

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Besuch bei Rheinmetall Landsysteme und Rheinmetall Waffe und Munition GmbH in Unterlüß am 15.04.2010

   

26 Teilnehmer, davon die Hälfte Aktive unseres Bataillons sahen sich nach Begrüßung durch den Beauftragten der beiden Firmen, Theo Grüntjens, und dem Einweisungsvortrag im kleinen Waffenmuseum auf dem Gelände von Rheinmetall Waffe und Munition GmbH um und lauschten den Erläuterungen. Von den Anfängen im Kaiserreich bis zum Ende des II. WK reichte die Palette an MG´s und Kanonen. Darunter auch die Gewehre, Maschinengewehre, PAK, KWK (3,7 cm) und Haubitzen, mit denen die ehem. 7. Panzer-Division ausgestattet war.
Nach dem Museum ging es in die Rohrfertigung. Die Herstellung der Rohre 120 und 155 mm für den Leopard 2 und die Panzerhaubitze 2000 wurde uns von Herrn Träger beim Rundgang entlang der gewaltigen Maschinen gezeigt. Ein fast fertiges 155 mm Rohr lag glänzend zu den Füßen der Besucher. In dieser Halle standen auch die Maschinen für die Herstellung der Munition, aus Rohlingen werden weitgehend rechnergesteuert Patronenböden 120 mm, Käfige und Kerne der Üb-KE. Die Beschreibung der Entstehung des Bodenstücks der Kanone versetzte in Erstaunen.
Nach einem schmackhaften Mittagessen in der Werkskantine ging es weiter in die Wiesel-Halle, in der alle Varianten Wiesel 1 und Wiesel 2, sowie die gepanzerte Version des Häglunds zu sehen waren. In der dieser Halle konnten wir auch den zweiten ehemaligen Angehörigen unseres Bataillons als Mitarbeiter von Rheinmetall Guten Tag sagen.

Viele Fragen zu den Jung und Alt unbekannten Wieseln hatte der Leiter der Fertigung zu beantworten, bevor wir eine Halle weiter mitten in der Instandsetzung der Leoparden  (1 und 2) angelangt waren. Leo 1A5 für Brasilien und Leo 2A4 für Chile und Leo 2 A5 und A6 unserer Panzerbataillone in unterschiedlichen Fertigstellungszuständen füllten alle Arbeitsstände. Hier die Türme, da die Wannen, dazwischen die Arbeitsplätze, auf denen Einbauteile für den Wiedereinbau vorbereitet wurden. Zum Abschluss verlegten wir in die Temperaturversuchsanlage TVA am Rande der werkseigenen Schießbahn. Hier können Systeme und Waffen unter extremen Temperaturen und Klimabedingungen (- 46 bis rund +50 Grad C, trockene Luft und höchste Luftfeuchtigkeit) erprobt werden. Diese TVA steht auch den deutschen Wettkampf-Biathleten zur Verfügung. Wir unterzogen uns dem - 46 Grad C Test für einige Minuten, um danach bei +50 Grad einen Marder 1 A5 zu sehen, bei dem die neue Klimaanlage in einem Dauerversuch ihre Leistungsfähigkeit nachweisen muss.

Gruppenfoto nach Besuch in der TVA, links Herr Grüntjens

Nach dem Gruppenfoto mit unserem Führer (oben) stand zum Abschluss ein Vortrag "Fojana" durch Herrn Grüntjens, der hauptamtlich als Förster zusammen mit nur einem weiteren Förster für die forstlichen und jagdlichen Belange des gesamten Werksgeländes mit über 55  km2  Wald- und Heidefläche zuständig ist. "Fojana" steht für Forst, Jagt und Naturschutz und umschreibt eine seit 1928 bestehende Tradition der Firma Rheinmetall: Gestaltung und Bewirtschaftung der Landschaft, der Flora und Fauna im Sinne des typischen und ursprünglichen Charakters. Wie auf den Schießplätzen der Bw  haben sich auch hier sonst fast ausgestorbenen Pflanzen und Tiere ungestört ansiedeln und entwickeln können, wie im Vortrag ausführlich vorgestellt. Ein zum Ende des Besuchs besinnlicher und eindrucksvoller Schlusspunkt aus kompetenten Munde.

Mit herzlichen Dankesworten und Übergabe unserer Kachel für die Wand im Museum und einer Chronik als persönlichen Dank durch den stv. Vorsitzenden, Oberstleutnant a.D. Thönissen endete ein erlebnisreicher Abstecher nach Unterlüß.
 Auf der Rückfahrt erhielten wir die Nachricht, dass nach nur 14 Tagen wieder vier Kameraden in Afghanistan gefallen waren und weitere verwundet worden sind. Eine Nachricht, die uns sehr betroffen machte und auch Thema beim abschließenden Stammtisch in der UHG war, zu dem auch der Kommandeur und der stv. Beauftragte für den Feldwebelnachwuchs, Oberfeldwebel Kalistschke mit den Feldwebelanwärtern stießen.

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